Jetzt geht die EM erst richtig los: Viertelfinale, Sonnenschein, das Fußballfest kommt in die entscheidende Phase. Zum Einstand kamen die geliebten Deutschen in Scharen über die nahe Grenze nach Basel und beschallten die Straßen mit den üblichen Großmachtssprechchören: „Hier regiert die BRD“. Das freut die Eidgenossen natürlich sehr. Richtig lustig wird es, wenn die Deutschen ohne die Ironie zu bemerken auf die Melodie von Pumuckl ständig „Hurra, hurra, die Deutschen die sind da“ singen.
Die drei Fanzonen sind proppenvoll, 46.000 Fußballbegeisterte verteilen sich auf Münsterplatz, Riviera und Kaserne. Sogar der Marktplatz wurde kurzfristig als viertes Public Viewing geöffnet, die Deutschen haben alle Besucherrekorde in Basel geknackt.

Doch das sind Peanuts im Vergleich zur Welle die Basel spätestens am Samstag erreichen wird. Die Holländer kommen. 80.000, 100.000, 150.000, wie üblich regiert die Gigantonomie und die Prognosen überschlagen sich. Angesichts der orangefarbenen Massen in Bern schon in der Vorrunde und der Euphorie in Holland scheinen die Erwartungen diesmal nicht übertrieben.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Eine ganz neue Fanzone am Messeplatz wird aufgebaut, am Fancamp trifft man sich zur Lagebesprechung mit der holländischen Polizei. Oranje-Fanbeauftragte sondieren das Terrain, bereiten Alle und Alles vor. Selbst im stets leeren 9. Stadion macht man sich für dieses Wochenende (wohl leider vergebliche) Hoffnungen.
Und die Baseler freuen sich auf die Holländer, endlich wird man an jeder Ecke Begeisterung, Gesänge und johlende Fans einer Mannschaft erleben dürfen, der man den Erfolg von Herzen gönnt. Die Fancamps sind zum ersten Mal komplett ausgebucht, bei den Gastronomen wird die Kasse klingeln. Und sicher werden auch die Baseler auf den Straßen feiern: Oranje Fußballfeste sind ein unvergessliches Erlebnis.